![]() |
|
![]() |
| Nächster
Termin: Hier klicken |
|
Die Kolumne Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es: Das war ein Winter, Kinder!
Fast minus 30 Grad wurden in Thüringen gemessen, das sich damit zum Sibirien der Bundesrepublik gemausert hat. Auch im Freistaat werden die Autos demnächst in Lagerfeuern geparkt, weil sonst das Benzin gefriert. Wer bei solchen Temperaturen die Kinder vor die Tür schickt, möchte nicht, dass sie rasch wiederkommen. Immerhin kann die nette Nachbarin dann im Frühjahr sagen: „Ach, früher war ihr Sohn immer so schüchtern. Aber jetzt ist er aufgetaut.“ In den eisigen Thüringer Wald sollte der Geburtstagsfernsehsender RTL seine Sendung „Ich bin ein Star holt mich hier raus“ verlegen denn warmes Dschungelcamp, das kann ja jeder! Aber zu gucken, wer sich zuerst den Arsch abfriert und einen Zapfen hat, wäre deutlich fetziger: „Ich bin ganz starr holt mich hier raus“. Die Wintercamp-Prüfungen könnten noch ekliger als Madenbefall und Känguru-Hoden sein: Die Kandidaten müssten sich eine Stunde lang mit Suhler Jugendlichen unterhalten und anschließend notieren, was sie verstanden haben. Bleiben wir cool in Suhl: In solchen Winterzeiten wird das nahe Oberhof zur heimlichen Hauptstadt Thüringens. Oberhof, wo einst unser Sandmännchen als Skifahrer verkleidet das schräge „Panorama“-Hotel als Sprungschanze nutzte heute würde nicht mal Jens Weißflog auf das Klapperdach steigen. Oberhof, wo die Rennsteigtherme bis 2010 geschlossen ist und wo einigen dennoch das Wasser bis zum Hals steht. Denn oberdoof in Oberhof ist, dass es dort wie überall ist: Wenn Bauaufträge vergeben werden, wird gemauschelt und betrogen und anschließend lange hin- und hergeklagt. Und alte Seilschaften drehen sich gegenseitig den Strick. Das alles ist leider kein Schnee, aber in selbigen wollen wir uns nun endlich stürzen. Denn was tut der Thüringer, wenn Schnee liegt? Er rutscht drin herum und schießt dazu mit dem Luftgewehr. Das macht ihm Spaß! Immer rein ins Weiße und ins Schwarze jede Pia, jeder Fred ist ab morgen Biathlet! Und wer das richtig gut kann und sich dazu die Haare rot färbt, schafft es sogar bis zu „Wetten dass?“! Aber wo wir gerade bei gefärbten Haaren sind bitte passt auf, Ihr jungen modebewussten Hühnchen und Hähnchen in Apolda, Arnstadt und Ronneburg! „Vom Eisen befreit“ dichtete ja schon Faust mit Goethe im Nacken und er meinte damit euch, liebe Piercing-Träger. Hoffentlich seid Ihr von Eisen wie Steckern und Ringen befreit, denn bei unter null Grad friert Metall an der Haut fest. Die wird schwarz, wenn man vor der Disko raucht und dann weiß man: „Aha, so sieht also eine Erfrierung aus!“ Aus dieser grenzwertigen Wintererinnerung lässt sich aber immer noch eine flotte Tätowierung machen. Zwei Striche an den schwarzen Fleck schon hat man ein Playboy-Häschen. Das passt auch zu Ostern. Viel Glück!(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 2/2009)
|
|||||||||||||||||||||||||||||
| © 2012 Kudernatsch, Programming & Design: Holger Martin, Zeichnungen: Thomas Leibe, Webmaster: INSKOPIA | ||||||||||||||||||||||||||||||