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Die GagstanzeWer kümmert sich um die Spitze?Die Konjunktur kränkelt, Deutschland stagniert. Warum? Weil die Ursache nicht erkannt ist. Es ist noch keiner auf den Hund gekommen! Andi Leuthe klärt auf. Wau
Eine traurige Meldung geht um in diesen Tagen. Das deutsche Haus ist nahezu ohne Hüter, so böllt und bellt es. Nicht Kollege Collie ist schuld (less Lassie), nicht Krambambuli, der räudige Stromer. Es liegt nicht an Waldi im Walde oder an Rex auf dem Kommissariat. Der Spitz hat geschnitzt! Der Spitz, ältester Haus- und Hofhund der Deutschen, traut sich was. Er ist doch tatsächlich vom Aussterben bedroht. Vom Mittelspitz gibt es gerade noch 37 Tiere, vom Großspitz gar nur bescheidene 11. Was ist passiert? Ist der Osten schuld? Hält man dort lieber Pitbulls? Nein, daran liegt es nicht. Gerade in letzter Zeit haben die Bewohner der neuen Länder so schön bewiesen, dass sie nicht nur Springer-stiefel, sondern auch Gummistiefel tragen können. Doch hat man im Osten 40 Jahre lang staatlich verordnet auf Spitzenprodukte Wert gelegt. Sind die Ossis vielleicht deshalb heute müde und einfach nicht mehr spitz? Aber auch der Westen hat seine Spitzenzeiten hinter sich. Das ist erst die Spitze des Eisbergs: Denn wenn die Spitze verschwinden, wo bleiben dann Plauener Spitze, Zugspitze, spitze Feder oder der schmackhafte Tafelspitz (von erfolgreichen Züchtern empfohlen)? Und was tut unsere Spitze, um die Spitze wieder zu erreichen? Wir brauchen mehr Öffentlichkeit für die Weltspitze. Wie durch Aufrufe wie diesen, aber auch im Fernsehen – durch Wiederholung von „Dalli, Dalli“. Hans Rosenthal sagt: „Wir sind der Meinung, das war Spitze!“ und springt hoch in die Luft. Schnitt, man sieht eine leere Hütte auf einem verlassenen Hof in einem Dorf bei Halle. Dazu eine brüchige Stimme aus dem Off: „Das war es wirklich.“ Texttafel rein: „Spitze für Deutschland! Kommen Sie jetzt auf den Hund!“ Bello Germania! Aber keine Pinscher, keine Schnauzer, keine Boxer, keine Schäferhunde (uns gehen sonst als nächstes die Schafe aus), keine Dackel (zu weit unten) und schon gar keine 101 Dalmatiner (Punkte gehören nach Flensburg!). Es müssen Spitze sein. Züchten für die Zukunft, Spitze für alle! Welpen gibt es über die Zuchtgenossenschaft mit dem schönen Namen „Verein für deutsche Spitze“. Da kann es ja nur vorwärts gehen. Und wenn der kleine Liebling dann das erste Mal ein Stöckchen apportiert und nicht ans Sofa pinkelt, denken Sie ans Vaterland, knuddeln Sie ihn und loben Sie laut: „Das war jetzt ganz schön, Spitz!“ Prima! Spitze gemacht! Nur wenn wir das gemeinsam angehen und schaffen, sind wir wieder wer. Keine Ahnung, wer genau – aber egal! Auf den Hund gekommen haben wir alles, was wir brauchen. Denn ohne Spitze können wir nicht spitze sein. Spitzer erst recht nicht! Mehr Futter für Sie und Ihren Vierbeiner gibt’s demnächst wieder hier!
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