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Die Kolumne Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es: Schiller hatte nie den Blues
Denn nur der Thüringer ist so euphorisch wie ein Nudelholz. Oder wie ein Quirl, den er im Februar selbst aus seinem Weihnachtsbaum geschnitzt hat. Sag dem Thüringer, dass Barack Obama 2009 über sein Land geflogen ist und der Thüringer antwortet zunächst erst mal gar nicht und dann: „Hm.“ Das macht der Blues! Ganz anders die Sachsen, die hatten sogar T-Shirts, die das Obama-Motiv „Yes, we can“ abwandelten in „Nu, mir gönn“. Dabei konnten die Sachsen gar nicht - gar nichts sehen, nämlich. Dresden war dicht und Obama quasi unsichtbar. Aber hatten sie deswegen den Blues? Nein, denn den hat ja schon Thüringen! Dort beginnt die Desillusionierung schon bei den lieben Kleinen. Da fragt ein Mädchen ganz aufgeregt: „Oma, Oma, hast Du da die Air Force One gesehen?“ Und die Oma winkt nur ab: „Nee, aber frag’ den Opama!“ Was ist da nur passiert? Das war ja nicht immer so! Früher gab es zum Beispiel echt heiße Schnecken in Rudolstadt so dass der arme Friedrich Schiller gar nicht wusste, welche er zuerst sagen wir schneckig finden sollte: Charlotte Lengefeld oder Caroline. Schiller besuchte einfach beide ähem, gleichzeitig. Dann wollte auch noch der Goethe was von ihm und Schiller sprang im Dreieck! Was dazu führte, dass er Charlotte heiratete, obwohl er Caroline wollte und Goethe mochte. Die eine war aber schon verheiratet war, und der andere zu alt. Was wiederum nicht den Blues bei Schiller auslöste, weil er viel lieber in dieses feine Dreiecksverhältnis sagen wir reinbutterte. So wird man also den Blues los, liebe Thüringer: Man heiratet eine hässliche und sagt auch zu all den anderen nicht „Nein!“ in vielen Tälern des Landes wird das ja schon seit Jahrzehnten praktiziert. Also nur Mut! Schiller war ein Vorreiter im wahrsten Sinne des Wortes. Oder anders gesagt für schillende Musikfreunde: Rock hoch, Pop los Blues weg! Darin erinnert das Schillerhaus in Rudolstadt, zu dem das Wohnhaus der Lengefeld-Schwestern ernannt wurde. Ein Grund zur Freude, dieses Freudenhaus! Das ist hoffentlich deutlich geworden. (Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 10/2009)
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