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Die Kolumne

Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es:

Guten Tag, lieber Postbote!

Essender Kuder
So ein Sandwich passt auch quer in den Kudernatsch

Mein Postbote hat mir gesagt, dass er immer diese Kolumne liest.
Das würde ich nun gern überprüfen. Also, lieber Postbote:
Wenn das stimmt, dann lächle mich bei unserem nächsten Treffen einfach nur an und wedle mit einem Fächer aus Briefen…

Lieber Postbote, du musst gar nichts sagen. Aber bitte klappere nicht immer so mit den Briefkastendeckeln!
Das macht die Briefe ganz nervös. Sie rascheln dann ewig in den Kästen hin und her, bis sie sich wieder beruhigt haben. Bitte versteh’ das nicht als Kritik, lieber Postbote. Aber Briefe sind auch nur Menschen.

Doch wem sage ich das! Durch meinen Namen Kudernatsch stehen auf meinen Briefen immer sehr lustige Namen. Kudanatsch, Kuttnatsch, Kuthernat – all dies hat es schon gegeben. Und all dies ist dennoch angekommen. Auch mental, denn ich bin da nicht nachtragend. Ich kenne das seit vielen Jahren. Im Kindergarten wurde ich früher sogar immer mit Pittiplatsch verwechselt, wenn meine Eltern mit mir zu lange an der Ostsee waren und ich dunkel wie ein Knusperbroiler heimkehrte.

Pittiplatsch kann mich nicht mehr schocken, doch neulich ist ein Brief angekommen, der an Herrn Kinderkneitsch gerichtet war. Selbst hier hat der Postbote hervorragend kombiniert. Wobei ich „Kinderkneitsch“ aber öffentlich ablehnen möchte, denn das klingt nach einem, der Kinder mächtig kneitscht. Wer will schon so einer sein? Dann lieber ein „Knuddelknutsch“ – zu dem mich die Rosen-Rosi neulich ernannte. Obwohl ich weder das eine noch das andere mit ihr ausprobiert habe, ich war nur nett.

Ich bin so nett, dass die Kinder im Haus gern Steinchen hinter mir her werfen. Oder kurze Grüße. Der fast zahnlose Nick etwa ruft: „Herr Kudinatsch, Herr Kudinatsch!“ – und ich möchte ihn lieber nicht fragen, wo seine Schneidezähne geblieben sind. Vielleicht stecken sie vorn im Handschuh eines seiner Kindergartenfreunde. Seitdem muss ihm seine Mama immer die Rinde vom Brot schneiden. Oder sie kauft gleich Toastbrot, das schön weich ist. Wobei sich richtiges Sandwichbrot noch besser eignet – das schmeckt besser, wenn’s schon nicht getoastet wird.

Weil Ihr ja nun nicht alle bei der Mutti vom fast zahnlosen Nick klingeln könnt, um den Unterschied zu testen, eilt zum Sandwich-Henner in die Weitergasse in Erfurt. Der haut alles auf die flockige Scheibe – und jeder, der da einmal sitzt, isst es gern. Außerdem wird sein Weichbrot-Unternehmen jetzt genau fünf Jahre alt.

Daher gratuliere ich ihm international: „Henner is the biggest/Henner is so rich/He is the king of town/by making a sandwich.“ Und wer sich jetzt fragt, was das mit dem Postboten und Nick zu tun hat – der kennt die zweite Strophe noch nicht: „He’s feeding all the people/postman, artist, bitch/I’ve even seen the little Nick/Eating one sandwich.“

So, und jetzt geht bitte die Post ab!

(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 3/2007)

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