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Die Kolumne

Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es:

Post für Bumstown

Kudernatsch hat ne Latte
Erfurt ist deutscher Sexmeister. Hier dauert die Nummer am längsten in der Bundesrepublik mit 13 Minuten und 6 Sekunden, vom Fummeln bis zum Finale. So stand’s in „Men’s Health“ und im letzten „Blitz“. Viele Menschen bewegt das, wie Kudernatsch weiß. Deshalb ist noch einmal Sex in der City!

„Neulich war ich in Gera, und da dauert’s viel länger“, schreibt Gerd aus Sömmerda. Ja, lieber Gerd, du darfst doch die Anreisezeit nicht mitberechnen.

„Im Thüringer Wald sind die Männer immer schon erschöpft, wenn sie bei ihrer Freundin ankommen. Die Berge sind Lustkiller!“ So klagt ein anonymer Wandersmann – und sicher ist sein Wanderstab zerbrochen.
Kopf hoch, Anonymus, nimm dir ein Beispiel am Geheimrat Goethe. Der ist in nullkommanix von Weimar nach Großkochberg gerannt, um Charlotte seinen Johann zu zeigen. Nicht lang, sondern fix. Mit mindestens 45 km/h ist Goethe durchs Unterholz gebrettert, spitz wie Nachbars Lumpi. Der feine Herr Dichter! Kein Rehlein konnte ihn ablenken.

Entschuldigungen aller Art gelten also nicht. Ebenso wenig darf man das Ergebnis anzweifeln. Immerhin haben sich die Experten von „Men’s Health“ mit ihren Stoppuhren über Monate unter deutschen Betten und in Schlafzimmerschränken herumgedrückt, um diese Bestzeit festzuhalten. Das kann man ruhig so stehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Erfurt ist Sex-Champion!

Nicole, 28, aus Bumstown Erfurt tut das Richtige. Sie leckt sich schon die Lippen. Durchaus lüstern stellt sie in ihrer E-Mail fest: „Da bekommt das Wort Puffbohne in Erfurt ja eine völlig neue Bedeutung.“ Das erscheint mir sehr professionell, Nicole! Vermutlich heißt in deinen Augen auch das Autokennzeichen EF etwas anderes. Ist „EF“ vielleicht die Abkürzung von „ever f***“?

Dagegen hat ja keiner was. Peter in seinem Brief auch nicht, denn Peter erinnert sich gern an seinen Opa, der immer gesagt hat: „Des kleinen Mannes Sonnenschein sind Bumsen und Besoffensein.“
Das passt auf Thüringen – und auf Erfurt erst recht. Hier gibt es viele kleine Männer.

In eine interessante Richtung zielt der Vorschlag von Nick, der noch einen Schritt weiter geht. „Man sollte diesen ersten Platz viel besser vermarkten“, regt Nick an. „Unser IKEA hier in Erfurt könnte seinen Slogan extra für uns umändern in: Schläfst du noch oder bumst du schon? IKEA Erfurt.“

Nick, dann fehlt ja nur noch das Bild der Matratze „Samström“ darunter – und wir können uns hier nicht mehr retten. Aus ganz Thüringen, Hessen, Sachsen, ja sogar aus Thailand, kämen die Sextouristen nach Erfurt, um es hier mal richtig lange auszuprobieren. Jeder will den Testsieger. Kannst du dir vorstellen, welche Lawine da auf uns zurollt?

Aber vielleicht käme die Universität Erfurt so wieder zu ausreichend Studentinnen und Studenten. Junge Leute aus aller Welt, alle her, alle voller Hormone und nur eins im Kopf: „Baf***! Baf***!“

So, eigentlich wollte ich was über Weihnachten schreiben und nun ist es diese Sex-Geschichte geworden. Schwamm drüber – Weihnachten ist ja auch das Fest der Liebe! Also rauf und ran!

Mehr über Erfurt, die Bumstown

(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Ausgabe 11/2005)

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