![]() |
|
![]() |
| Nächster
Termin: Hier klicken |
|
Die Gagstanze Enthüllung Der Master ist nicht im HomeDie GEMA wird sich freuen: In Erfurts Bars wird heimlich laut Musik gehört. Andi Leuthe mit einem Lauschangriff.
Die Musik plätschert also und macht schon richtig Pfützen, der Single Malt singelt dazu, man wippt im Rhythmus (aber nur, wenn keiner guckt), da kommt die Bedienung. Eine dralle Ralle mit Schürze um. Die Schürze ist weniger fleckig als das Gesicht. „Na, alles okay?“ fragt sie, bevor man aufblicken kann. Dass nicht auffällt, wo man gerade hingestiert hat, muss schnell irgendwas her. So entsteht die nicht sehr geistreiche Frage: „Was ist denn das für eine Musik, die hier gerade läuft?“ Die Schürze schaukelt. „Das darf ich nicht sagen.“ Freilich ist der Chef nicht da, der Master nicht im Home. Hier ist was faul. Wenn Musik zum großen Geheimnis gerät, woran liegt das? Ist es eine heimliche Aufnahme der singenden Neffen des Masters? Ein Plagiat von Daniel Übelkübel (Wer kennt den noch?)? Ein illegaler Mitschnitt des letzten Nölemeyer-Konzerts (80-er-Jahre-Wortspiel, Herbert dazu: „Uuuh, was soll das?“)? Noch schlimmer: Ist es gar eine ... Gebrannte? Oh Gott! Dann darf man natürlich nichts verraten – wir wissen doch: Gebranntes Kind scheut das Feuer! Oder läuft offiziell überhaupt gar keine Musik hier? Die Gäste hören in Wirklichkeit gar nichts, weil sich der Laden das Geld für die GEMA spart? Ja, geh’ ma’ zur GEMA – die ärgert sich. Denn immerhin ist sie die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ und lebt seit 100 Jahren davon. Die verdient sich dumm und dusselig, sobald Musik im Spiel ist. Dazu ein Beispiel: Du gehst wandern und musst mal dringend. Also pullerst Du in den Wald und pfeifst ein Lied dabei. Schon taucht die GEMA hinter einem Baum auf und hält die Hand auf. Aber nicht um bepullert oder gar beschissen zu werden, sondern um zu kassieren. Du im Wald kannst weglaufen – eine gastronomische Einrichtung in einer Stadt nicht. Und damit zurück aus der Natur ins Heim des Meisters. Denn vielleicht ist das mit der Musik in dem Cocktail-Schuppen auch nur der Anfang? Wenn man hier nicht verrät, was gerade läuft – vielleicht behält man dann demnächst auch den Weg zu den Toiletten lieber für sich. Oder die Preisliste für die Drinks – lauter Geheimnisse, die den Laden exklusiv und exklusiver machen. Bis irgendwann nur noch Eingeweihte überhaupt den Weg dorthin kennen, und wie in „The Beach“ höchstens geflohene Verrückte ihn draußen verraten, während die, die dort sind, nie mehr wegdürfen. Hat der Master diese letzten Konsequenzen wirklich bedacht? Und hat er dafür genug eingekauft? Und ... gibt es Haie? Schürze kann wirklich nichts dafür. Sie hat nur Angst, alles falsch und die Schürze schmutzig zu machen. Inzwischen – einen Whisky weiter – weiß man aber von allein, was für eine CD das ist, die da läuft. Und man schämt sich. Denn es handelt sich um so eine Promo-Scheibe, die in einem dieser Mädchenhefte eingeklebt war. Schlimm, dass man das Ding kennt, weil man sich ja damit als Mädchenheftleser und Einklebe-CD-Hörer outet. Schlimm, dass auch der nicht anwesende Meister diesen Mädchenheftschund konsumiert. Wahrscheinlich zieht er sich gerade zuhause die neueste Nummer rein, das Novemberheft, an seinem freien Tag. Kein Wunder, dass er das nicht verraten will. Peinlich, dass er nun aufgeflogen ist. Peinlich, dass man sich selbst mit geliefert hat. Peinlich für beide Seiten. Der lachende Dritte ist ausgerechnet die GEMA, die wahrscheinlich immer
noch im Wald rumirrt. Wenn Ihr sie seht, zeigt ihr bloß nicht den
Weg!
|
||||||||||||||||||||||
| © 2005 Kudernatsch, Programming & Design: Holger Martin, Zeichnungen: Thomas Leibe | |||||||||||||||||||||||