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Die Kolumne
Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es:
Der Martin singt jetzt auch!
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Kudernatsch kommt aus der Lotterstadt Wittenberg und kennt die Tür, an der genagelt wurde. |
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Ich freue mich auf die Domstufenfestspiele in Erfurt. Da wurde schon mit Lichtschwertern gekämpft, Jesus Christ Superstar mit einer Thüringer Polizeihundestaffel gehetzt (wau!) und in einer Aufführung mit einer Kanone geschossen. Wir saßen auf unserem Balkon in der Krämpfervorstadt und jeden Abend flog die Kugel um Punkt 23.10 Uhr an uns vorbei. Doch 2008 wird noch besser da kommt der Martin L.
Zwei Norweger haben ihre heimischen Fjorde verlassen, um nicht länger Löcher in die Ören zu feilen, sondern an die Gera zu eilen und den Domstufenfestspielen eine Premiere zu bereiten. Sie schreiben bis zum Juli ein Musical über Martin L.. So heißt das Ding. Dahinter verbirgt sich nicht der Leipziger Moderator Martin Lobst und auch nicht der amerikanische Rüstungskonzern Martin Lockheed. Beides wäre ein Musical mit viel Bumm, Bumm geworden. Nein, hinter Martin L. steckt tatsächlich Martin Luther. Die Domstufenfestspiele werden reformiert. Und die Lotterstädte Eisenach und Wittenberg schielen neidisch rüber.
Den Touristen von auswärts ist das egal. Die werden eh einfach aus ihren Bussen auf dem Domplatz in Erfurt ausgekippt und müssen das sehen, was gerade kommt. Und wenns dieser Heidenspaß ist. Bitte seid lieb zu ihnen, sie sind schon gestraft genug. Um das Spektakel erträglich ausfallen zu lassen, möchte ich den beiden Norwegern Gisel Kverndokk und Øystein Wiik ähm, beste Grüße an Wallander! ein paar Tipps geben, wie sie super beim Publikum landen:
Unbedingt sollte in Martin L. das lustige Lied von Diether Krebs verarbeitet werden: Ich bin der Martin, ne?! Aus Spaß könnte sich Thomas Müntzer mittendrin melden über einen Müntzfernsprecher!
Dann tritt Luthers Frau sexy auf. Hier singt der Chor verheißungsvoll: Bora, Bora! Bora, Bora!/Die Katharina freut sich sehr/kommt erstmal der Martin her/Denn der redet so geschwollen/und hat einen richtig dollen
/Bora, Bora! Bora, Bora! Sowas kommt an nicht nur bei Zahnärzten, auch bei den Freunden der Volksmusik.
Damit die angekarrten Rentner dolle quieken und klatschen, reicht man ihnen vor Spielbeginn um 21.30 Uhr den Cocktail zum Musical. Bei Martin wäre das selbstverständlich Martini! Gebt den Damen und Herren aber auch ein paar Kaffeebohnen dazu zum Knabbern. Sonst schlafen sie ein, weil es doch schon so spät ist! Und dann träumen sie nicht von der Reformation, sondern vom Reformhaus.
(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 3/2008)
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