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Die Kolumne

Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es:

Das Frettchenbarometer warnt!

Frettchen

Das Frettchenbarometer sagt: Es wird eisekalt! Sowas teilt mir mein Bekannter Sascha mit. Denn er kennt sich aus mit kleinen Pelztieren, liebe Frauen. Falls ihr auf niedliche Viecher steht...

Gleich zwei Frettchen wohnen mit in seiner Bude – ein Frettchen-Eber und eine Frettchen-Kuh. Sie sind nicht bei Sascha eingezogen, weil es bei ihm wie in einer Frettchenhöhle aussieht oder er selbst wie das Oberfrettchen, nein! Sascha ist ein Edelmann und hat Fred und Fredda aus dem Tierheim erlöst. Quasi als Dankeschön verfügt er dadurch über das besagte Frettchenbarometer – und das funktioniert so: Fressen sich die Frettchen fett, wird es kalt. Ziehen sie ihr Fell aus, ist Sommer. Stinken sie, sind sie geil. Aber das hat ja nichts mit dem Wetter zu tun. Sorry!

Derzeit sind Saschas Frettchen zwei monströse Fellkugeln. Sie sehen aus wie verfilzte Sitzsäcke aus der Fundgrube bei IKEA, die im Zweierpack noch billiger waren. Und was heißt das? Richtig, es wird kalt, schweinekalt!

Sagt also nicht, Ihr habt das nicht gewusst. Hiermit seid Ihr offiziell vorgewarnt und habt umgehend die Gelegenheit, in Eure Ski-Anzüge zu schlüpfen. Tut es, auch wenn Ihr momentan vielleicht noch darin schwitzt und somit selbst wie Frettchen riecht. Es könnte Euch retten, wenn Thüringen von der Kältewelle überrollt wird, die Saschas tierische Mitbewohner prognostiziert haben. Dann wird auch der Sprit in den Autos gefrieren – und das, wo das Zeug doch jetzt so teuer ist. Viel zu teuer, um es dann mit einem Hammer wieder flüssig zu klopfen! Darum macht kleine Lagerfeuer unter Euren Wagen. Heizt den Kisten ein, dass sie nicht einfrieren! Aber verfeuert kein Holz – das ist auch viel zu teuer! Nehmt Abfälle! Das ist günstiger und hat noch den Nebeneffekt, dass der Mülleimer daheim nicht mehr überquillt. Ihr schlagt also zwei Frettchen, äh, Fliegen mit einer Klappe!

Und wenn dann meterhoch der Schnee liegt, fahrt los! Eilt nach Ettersburg, denn dort gibt es wunderschöne Rodelmöglichkeiten. Eine nahezu senkrechte, die man schnell und schmerzhaft hinunterbrausen kann – und eine zweite am Gegenhang der sogenannten „Zeitschneise“. Da dauert die Fahrt über breitplanierte Huckel lange und fällt vielleicht ein bisschen langweilig aus. Dafür hat man die ganze Zeit über das neue Schloss-Café im Schloss Ettersburg im Blick, in das man ja anschließend prima einkehren kann.

Ein Riesenaufdruck auf dem Café-Tresen verheißt Gutes: Schloss Ettersburg sei der Ort, an dem ganzjährig frische Erdbeeren gereicht werden. Leider ist diese geschwungene Schrift gelogen. Es gibt nicht nur keine frischen Erdbeeren, es gibt gar keine. Der elegant aufgemalte Satz ist nur Design und soll den Raum verschönern. Es könnte da also auch geschrieben stehen: „Alle Weimarer sind Müsli-Fresser!“ Das würde auch keinen kümmern und wäre nur ein Hingucker.

Aber Erdbeeren sind sowieso überbewertet und so was wie leicht angefaulte, perforierte Radieschen. Nicht mal Frettchen würden die fressen, weil sie sonst nicht fett werden würden, sondern Durchfall bekämen. Wobei, dann würde das kalte Wetter laut Frettchen-Barometer einfach so durchrutschen und ausfallen. Wäre ja auch nicht schlecht.


(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 1/2008)

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