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Die Kolumne
Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues
für euch zurecht. Diesmal heißt es:
Falco, der tote Fuffziger
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Auch Kudernatsch wär gern ein Falco. |
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Jeanny und Der Kommissar: Die singende Öse Johann Hölzl machte uns den Falco und wäre am 19. Februar 2007 50 Jahre alt geworden. André Kudernatsch legt noch mal die alte Platte auf.
Falco war ein internationaler Star, wie ihn ein kleines Land wie Österreich selten hervorgebracht hat. Mal abgesehen von Hitler. Wobei ich jetzt über Hitler gar nichts mehr sagen möchte. Hitler gibts im Kino, im Theater, als Lied, als Comic, als Helge demnächst sicherlich auch als Zäpfchen (mit Heil-Wirkung), Schlüpfer (natürlich braun bei H & J), Führerhäuschen für den Kinderspielplatz und Extra-Hitlerwochen bei McAdolf. Nee, bei Hitler fällt mir nichts mehr ein.
Falco war viel größer und hatte die bessere Aussprache. Ich denke sogar, dass sich seine Platten mehr verkauft haben. Auch wenn Adolf wiederum mehr Live-Zuspruch hatte. Vielleicht wäre das anders gekommen, hätte Adolf im Studio eher auf Mozart (Amadeus) oder NDW (Der Kommissar) gemacht. Hat er aber nicht, er kannte nur Frischluft und Marschmusik. Da musste erst der kleine Johann Hölzl kommen und groß werden.
Der war aber auch ziemlich schlimm denkt nur mal zurück an Jeanny. Das war diese böse Nummer, in der der Ich-Erzähler zugibt, ein Psychopath zu sein und von Entführung, Gewalt und Mord singt. Die Österreicher können scheinbar nicht anders vielleicht liegt es an der Ernährung? Da sind möglicherweise nicht nur die Wiener Schnitzel platt geklopft worden
Im Radio war das Lied jedenfalls verboten, trotzdem hatte es 1986 bei uns jeder auf Kassette und fands cool. Wieder hatte uns eine Öse am Haken! Falco hätte wahrscheinlich nur noch mit dem Finger schnipsen müssen und wir wären alle in den Wald gegangen.
Mit Jeanny Part II hat er das dann aber ganz schnell aufgeklärt das Mädchen kam munter wie Rotkäppchen aus dem Wald zurück, nix war passiert. Nur ein Missverständnis! Falco war lieb und ging in sich. Und was fand er da? Wiener Blut.
Ha, mit solchen Songtiteln kann man viele Sätze befüllen! Passt auf: Falco nahm zusammen mit der Familie Drogen und rief immer: Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Er telefonierte viel von zu Hause aus nach England und meldete sich mit Vienna calling. Dann war er in England und wollte wieder raus Out of the Dark. Funktioniert gut, stimmts? Da kann das Erfurter Kabarett im Waidspeicher gleich eine lustige Nummer draus machen.
Doch bevor Falcos Out of the Dark das Licht der Welt erblickte, wurde der arme Mann in der Dominikanischen Republik von einem Laster hinweg gerammt. Es ist eben doch nicht alles schön in der Karibik! Und in Österreich auch bloß nicht.
(Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Nr. 2/2007)
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