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Die Kolumne Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es: Erfurt Bumstown
Erfurt ist deutscher Sexmeister. Hier dauert die Nummer am längsten in der Bundesrepublik mit 13 Minuten und 6 Sekunden, vom Fummeln bis zum Finale. So stand’s neulich in „Men’s Health“. Berlin landet mit 9 Minuten und 36 Sekunden auf Platz 50. Bäh, wir haben fast vier Minuten Vorsprung. Böse Menschen könnten nun sagen: „In Erfurt dauert doch alles länger. Da läuft im Kino gerade Dirty Dancing an. Aber Teil 1!“ Oder: „In Erfurt liegt die Wurst so lange auf dem Rost, bis sie schwarz ist.“ Oder „Hier spielt man jahrelang Fußball, bevor ein Tor fällt“. Stopp! Gute Menschen erinnern sich sehr wohl an einen alten „Playboy“, in dem stand, dass in Erfurt viel zu viele Mädchen an der Uni herumspringen, die alle noch zu haben und total juckig sind. Das passt perfekt zur jüngsten Enthüllung von „Men’s Health“. Endlich kümmert sich jemand um all diese Hühner und dazu lang und ausdauernd. „Men’s Health“ (zu Deutsch: „Männergesundheit“) muss es wissen, denn es ist ein seriöses Trendmagazin, in dem man durchaus erfahren kann, warum es wichtig ist, zerrissene Jeanshosen mit Puder und Reißverschluss am Hintern und nicht vorn zu tragen. In Erfurt ist man voll trendy und schlüpft aus solcherlei Beinkleid, um es stets und ständig treiben – und vor allem lang. Wir sind Sexmeister, potenter Mittelpunkt des Landes, Franzosen und Italiener in einem. Erfurt boomt nicht, Erfurt bumst. Hier stehen die Männchen so im Saft, dass es oben rausschwappt, schaut man nur in Szenekneipen wie das FAM. Längst stehen diese drei Buchstaben in Insiderkreisen für „F***en am Mittwoch“. Oder blicken wir ins MacKinelly wo Sperma mit Guinness verdünnt wird und Hormonkanonen auf Abschuss warten. Passenderweise liegt das Lokal wie mach anderes in der Johannesstraße – und ihr wisst ja: „Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes.“ Leider heißt es nun auch „Dumm f***t gut“ – und
das schmälert die Freude über die Erfolgsmeldung doch sehr.
Wer will schon blöd sein? So ist der Erfurter – macht rum und kennt nicht mal den Namen dieser Nicole, Nancy oder Judy. Der lang ausdauernde Thüringer ist nur am wesentlichen interessiert. Auch die geneigte Thüringerin, die gegenhalten könnte: „Suche Mann mit Pferdeschwanz, Frisur egal.“ Erfurt bringt seine 13 Minuten und 6 Sekunden – in der Landeshauptstadt
hat man die Hosen aus. Vielleicht dauern deshalb auch andere Dinge – etwa
Behördengänge – irgendwie länger. Bitte seid fortan
geduldig, ihr kennt ja jetzt den Grund. Und für alle Auswärtigen
gilt: Wer hierher ziehen möchte, sollte vorher üben. Stoppuhren
erhaltet ihr überall im Handel. (Kudernatschs Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für Erfurt, Jena und Weimar. Ausgabe 10/2005)
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