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Die Gagstanze

ERFURT IST GEFÄHRLICH

Bisher galt es als höchstgefährlich, in Erfurt die Schule zu besuchen. Doch einheimische ABC-Schützen sind längst nicht das Schlimmste, was einem begegnen kann. Auf dem Flur. Andi Leuthe mit brisanten Enthüllungen.

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Frischer Fisch im Erfurter Aquarium

Nein, es ist nicht so, dass sich die Erfurter Eisdiele „San Remo“ mit dem Eisbecher „Erfurt“ (17 Kugeln) als Touristenmagnet entpuppt. Das wäre ja noch zu verschmerzen. Es ist viel, viel schlimmer. Wimmer! Die ganze Stadt ist in Gefahr. Sie selbst ist die Gefahr. Die Beweise sind gut versteckt – in einem kleinen unscheinbaren Hexenhäuschen hinter großen, sehr scheinbaren Wohnblocks. Dort ist es verborgen: das Erfurter Aquarium. Der äußere Eindruck trübt. Hier wird tatsächlich das große Geheimnis gehütet. Die Tarnung ist perfekt. Die Hütte mutet absolut harmlos an – wie ein Fahrradschuppen oder eine Unterstelle für die Häcksler der Nachbarn. Omas gucken von den angrenzenden Balkons und werfen mit Essensresten. Doch nur Mut & Zuversicht, und eingetreten! Das Grauen ist nicht mehr fern. Bei einer Frau, die es vor Jahren in einen Verschlag mit Fensterchen verschlagen hat, erwirbt man Eintrittskarten und tritt ein ins geflieste Reich lauter superlativer Fische. Denn fachmännisch schief an die Fliesen geklebte Zettel verraten: Hier sieht man die kleinsten, die seltensten und die gefräßigsten Fische der Welt. Gern auch die räudigsten: schwimmende Gräten. In einem Kinderplanschbecken in der Mitte ziehen Haie ihre Bahnen, aber das ist noch nicht die große Offenbarung der großen Gefahr. Dafür muss man erst wieder an der Frau mit dem Kniffel-Heft vorbei, die nur scheinbar am Kuli knabbert, aber alles genauestens beobachtet.
Denn an das Aquarium kuschelt sich noch eine kleine Freifläche, und dort hausen ganz unfischige Fische. Die Reste, die Aussätzigen, die Altlasten. Pinseläffchen und Schildkröten und ... ein Waran. Ein Waran ist so was wie eine fette Eidechse, die lieber ein Krokodil wäre und deshalb auch so groß ist und ein bisschen so aussieht. Und hier verrät es nun der Zettel des Fachpersonals: Dieser Waran kommt nicht von irgendeinem Zoo und einem netten Stifter aus Afrika. Nein, dieser Waran wurde in einer Erfurter Baugrube gefunden! Aha! Deshalb tragen Bauarbeiter Helme – dass ihnen der Kopf nicht abgebissen wird, wenn sie Fundamente schachten!!! Wie viele werden schon ein Bein auf Arbeit gelassen haben oder einen Arm oder „Meine Hand für mein Produkt“? Wie viele Unglücksfälle im Bau werden in Erfurt schon verschleiert worden sein?
Erschüttert taumelt man zurück ins Aquarium, wieder hinein in die Wärme, die Brille beschlägt ... und als man wieder sehen kann, steht man zwischen all den Fisch-Käfigen direkt vor einem Glas mit einer Vogelspinne drin. Riesengroß krabbelt sie einem entgegen und reckt die Taranteln, um auf den Zettel zu zeigen, der ihr Gehege beschriftet. Wir lesen: „Diese Vogelspinne wurde in einem Erfurter Blumenladen entdeckt.“
Was ist hier los? Wie viele Blumenhändlerinnen sind schon tot neben ihren Vasen zusammengebrochen? Wie viele Muttis und Freundinnen, bei denen im Frauentagsblumenstrauß eben nicht nur manche welke Nelke steckte? Was haust im tiefen Dickicht der Adventskränze?
Echsen in Baugruben, Killerspinnen in den Blumenläden – wo führt das in Erfurt noch hin? Was ist das nächste?
Schweine in der Presse, Pilze in der Pizza, Ratten im Landtag? Seid wachsam, Ihr, die in Erfurt wohnt, oder Ihr, die diese gefährliche Stadt bereist. Meidet Baugruben und Blumenläden, denn es könnten Eure letzten sein!

Zu Risiken und Nebenwirkungen lest demnächst hier weiter oder flieht mit Euerm Arzt oder Apotheker!

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