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Die Gagstanze Jeden Monat stanzen Kudernatsch & Co hier etwas Neues für euch zurecht. Diesmal heißt es: Adolf Late NightHeilöchen! Im Fernsehen sind Hitler-Festspiele. Irgendwo läuft immer was zum Führer, sogar ganz ohne Bruno Ganz und Guido Knopp. Ohne den Kino-Hitler und ohne den Doku-Hitler wurde neulich „Hitlers Hitparade“ bei ARTE oder 3SAT gesendet, dann schlossen sich „Hitlers Hetzer“ in der ARD an (wahrscheinlich, weil Hitlers Hunde und Hitlers Heizer nicht wollten) – und nach dem Ende der deutschen Spaß-Frau Anke Engelke folgt in Kürze mit Sicherheit Adolf Late Night: „Ab 22.30 Uhr wird zurrrrückgesendet!“ In der Führerrolle sind dann wechselnde Comedians zu erleben. Die
machen doch längst alle in Hitler – selbst Hella von Sinnen
spielt ihn (und manche Zuschauer fragen sich da: „Ist der Schnauzbart
echt?“). Da durfte Hitler an der „Wahl der Besten Deutschen“ im deutschen
Fernsehen nicht teilnehmen – und jetzt ist er präsent wie
nie zuvor. Alle Programme haben ihren Hitler. Man braucht nur noch den
Ton abzustellen und Gardinen an den Fernseher zu binden. Dann ist es
für die liebe Omama wie früher, wenn man aus dem Fenster guckte. Wobei das noch zu beweisen wäre, dass das bei Anna Amalia wirklich Bücher waren. Vielleicht sind die großen Schätze der Bibliothek längst nach Amerika verkauft worden und man hat stattdessen Altpapierbündel eingelagert, die nun verkokelt sind. Alte 80-er-Jahre-Ausgaben vom „Neuen Deutschland“ und der „Jungen Welt“ – jetzt werden sie mühevoll restauriert und wieder zu dem gemacht, was sie gewesen sein sollen. Zum Beispiel eine Luther-Bibel. Also nicht wundern, wenn dann zwischen den Zeilen in den Evangelien übererfüllte Pläne und der Staatsratsvorsitzende auftauchen, unser Genosse Erich Honecker. Da ist nur das Alte durchgekommen. Aber lieber EH als AH. (Kudernatschs Satirische Kolumne. Aus: Blitz! Das Stadtmagazin für
Erfurt, Jena und Weimar. Ausgabe 10/2004)
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